Gesunde Belastung

Körperliche Aktivität, vor allem sportliche Bewegung, ist immer mit biomechanischer Belastung verbunden. Im Alltag und bei sportlicher Betätigung werden in der Regel gesunde Reize auf den Körper ausgeübt. Diese Reize sind für die artgerechte Haltung des Menschen unbedingt erforderlich und führen in der Regel bei starker Belastung zu Anpassungsreaktionen. Durch gesunde körperliche Belastung verstärkt sich das Bindegewebe und die Knochen – ein guter Effekt, weil wir auch auf lange Sicht belastbarer werden. Selbst extreme Dauerbelastungen führen nicht automatisch zu Verschleiß! Überbelastungen entstehen oft durch nicht-achsengerechte Belastungen, z. B. der Beine. Dabei spielt es keine Rolle, wieviel trainiert wird – selbst konsequente Nicht-Sportler können sich überlasten (z. B. Sehnenentzündung vom Treten des Kupplungspedals).

Überspitzt könnte man fragen: Wie kann man sich die Hüfte ruinieren, wenn man gar nichts macht? Ganz einfach: durch Fehlbewegungen! Auch wenige falsche Bewegungen können im Laufe vieler Jahre die Anpassungsfähigkeit des Körper erschöpfen. Ursache für Problembewegungen sind Füße, Schuhwerk, falsche Haqltung und vieles andere mehr. Andererseits ist hier auch der Ansatzpunkt für Hilfe: Durch geeignete Schuhe kann einem individuell problematischen Bewegungsablauf eine günstige Korrektur gegeben werden.

Das neuromuskuläre Zusammenspiel aus Auftrittsgefühl und Muskelanspannung ist der Schlüssel. Leider sind die Zusammenhänge hierbei so kompliziert, dass man auch als Experte die Ergebnisse z.B. mittels der Laufbandanalyse überprüfen sollte.

Pronation

Es kommt zu einer leichten Kippbewegung des Fußes in der Größenordnung von 2-3°. Diese Bewegung ist die natürliche Stoßdämpfung des Fußes. Im wesentlichen hängt der Winkel dabei von individuellen Gelenkstellungen ab. Durch Lauftraining kann sich dieser Winkel ändern und geringer werden, aber sich auch zur Überpronation verstärken.


Überpronation

Bei übermäßigem (4-15°) Nachinnenkippen des Fußes in der Bewegung spricht man von Überpronation. Durch die Verwendung von festen, stabilisierenden Elementen auf der Innenseite des Schuhs kann man den mit der Überpronation einhergehenden Symptomen sinnvoll entgegenwirken. Einlagen sind hier angeraten, da der Fuß nur durch den Schuh häufig nicht ausreichend zu stabilisieren ist.

Überpronation und die möglichen Folgen:

Aus unser Erfahrung heraus wissen wir, dass die Ursache der meisten laufbedingten Beschwerden im Zusammenhang mit einer unverträglichen Pronation stehen. Die Kunst bei der Beratung besteht darin die Stützwirkung der Schuhe und Einlagen zu minimieren, ohne dass es zuwenig ist, um Beinbeschwerden vorzubeugen. Das ist oft eine schwierige Abwägung von Freiheit und Sicherheit! Wir berücksichtigen dabei auch, dass LäuferInnen eine Entwicklung durchmachen in der sich die Fuß- und Beinverhältnisse im Laufe der Zeit ändern. Auch sind heutige Pronationstützen in Laufschuhen abgestufter erhältlich, als vor wenigen Jahren. Heutige Neutralschuhe haben eine Stützwirkung wie gestrige mit Pronationsstütze. Die Geometrie vieler Schuhe ist nach und nach optimiert worden, was die Hebelkräfte der Pronation schon im Ansatz reduziert.

Knieprobleme

Sind die Beschwerden in Längsrichtung des Beines, ist es meist ein Sehnen- und Bandproblem (weniger gefährlich). Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie mit Ihrem Laufschuhberater einen Termin auf dem Laufband vereinbaren. Der Schuh und die Einlagen müssen überprüft werden. Sticht es dagegen in horizontaler Richtung im Knie, sollte man einen Arzt aufsuchen, der mit Sportverletzungen vertraut ist.

Überlastung der Gelenke

Nicht achsengerechte Belastungen führen zu Drehbewegungen, bei denen die Gelenkflächen durch Unterdruck und Überdruck verschlissen werden.

Muskelermüdung

1. Muskeln arbeiten gegen instabile Hebel, wodurch sie schneller ermüden.

2. Es entsteht kein rigider Abstoßhebel, wodurch wiederum Energie verschwendet wird und Muskeln schneller ermüden.

Achillessehne

Die Achillessehne bereitet manchmal ganz plötzlich Beschwerden. Hier sollte natürlich der Schuh auf dem Laufband geprüft werden. Die Achillessehne ist die einzige Sehne ohne Sehnenscheide, was sie gegen Reibung empfindlich macht. Häufiger jedoch liegt die Ursache für Beschwerden (Verdickung) in einer Verwringungsbewegung, für die die Sehne nicht geeignet ist. Anders als technische Seile (geflochten) bestehen Sehnen aus parallelen Fasern. Durch Verdrehung wird Flüssigkeit aus der Sehne gequetscht und die Elastizität leidet, was Schmerzen oder sogar den Riss zur Folge haben kann.


Supination

Bei der Supination ist das natürliche Dämpfungssystem des Körpers eingeschränkt, wodurch die auftretenden Kräfte zu Überbelastungen führen können. Supinierer brauchen einen flexiblen, auf gebogenen Leisten geschnittenen, funktionell dämpfenden Schuh. Dabei muss insbesonders die seitliche Führung des Schuhs besonders ausgeprägt sein.