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Ernährung

Ernährung für Läufer

Grundsätzlich geht es bei der Ernährung um Gesundheit. Für Läufer gilt prinzipiell das Gleiche wie für Nichtsportler. Als Läufer macht man deutlicher die Erfahrung, dass bestimmte Speisen unbekömmlicher sind, da man sensibler auf Verdauungsprozesse beim Laufen reagiert. Günstig ist es daher, zwischen den Mahlzeiten und dem Training mehr als eine Stunde Zeit zu haben. Wer schlecht mit leerem Magen trainiert, stellt fest, dass eine kleine, leichte Mahlzeit hilfreich sein kann.


Nun ist Essen mehr als nur Kalorienaufnahme. Es gibt eine unüberschaubare Vielfalt an Speisen und Getränken. Jede Kultur hat eigene Rituale und Gebräuche dazu entwickelt. Günstig ist in jedem Fall eine saubere, naturnahe und abwechslungsreiche Küche. Der Appetit bietet im Gesundheitsfall eine gute Orientierung. Wir werden oft gefragt zum Fettgehalt, den Ballaststoffen und dem richtigen Trinken. Dazu kann man nur raten, es mit keinem zu übertreiben. Wenn wir selber unsere Gerichte zubereiten, können wir beim Einkauf zu guten Rohstoffen greifen und haben im Blick, was im Gericht enthalten ist. In Fertigprodukten stecken oft zu viel Zucker und Konservierungsstoffe, und die zugesetzten Fette sind häufig von minderwertiger Qualität. Wer das im Blick behält und Stück für Stück seine Ernährungsgewohnheiten auf den Prüfstand stellt, der wird seiner Gesundheit näherkommen.


Die orthomolekulare Medizin hat uns gezeigt, welche besondere Wirkung die ergänzende Einnahme von bestimmten Stoffen haben kann. Leider ist das Feld nicht vollständig erforscht. Pauschal sollte man keine Ergänzungsnahrung zu sich nehmen. Grundsätzlich ist vor der Einnahme der Bedarf zu kontrollieren. Der Körper hat enorme Kompensationsmöglichkeiten bei Mangelzuständen. Ein Mangel ist entwicklungsgeschichtlich der Regelfall bei der Ernährung gewesen. Wahrscheinlich haben wir mehr Probleme mit dem Überangebot als mit dem Mangel. Vorsicht mit der hochdosierten Einnahme von Zusatzstoffen. Oft genug handelt es sich um legales Doping. Der Preis kann ein Auszehren der körperlichen Kräfte sein. Inzwischen weiß man, dass auch die Erbinformationen (Gene) in den Zellen abnutzen können. Wir haben also für hohe Leistungsanforderungen einen Preis zu bezahlen. Bevor man zu leistungssteigernden Stoffen greift, sollte einem das bewusst sein.


Die durch Stress und hohe Beanspruchung ausgelösten Mangelzustände beseitigt man ursächlich durch Tiefenentspannung mittels autogenem Training, progressiver Relaxation oder Yoga. Erst bei Entspannung kann sich der Körper wirklich erholen. Ein leichter Anspannungszustand rund um die Uhr (Schlaf über neun Stunden hilft) verschleißt uns. Eine gesunde Ernährung kann leicht erreicht werden, durch Ruhe und Erholung in Balance zur gesunden Belastung kann der Körper alle benötigten Stoffe selber produzieren. Wenn wir uns davon durch Zusatzstoffe, Medikamente oder gar Drogen abkoppeln, kann der Preis fürchterlich hoch sein.


Wer bestimmte Nahrungsmittel grundsätzlich meidet, sollte sich nach Ausgleich umsehen. Der Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte oder Gemüse ist nur sehr anspruchsvoll auszugleichen. Obwohl wir uns entwicklungsgeschichtlich noch nicht vollständig an Getreide angepasst haben, kann man kaum darauf verzichten. Neben der regelmäßigen Abwechslung kann auch der zeitweise Verzicht auf einzelne Speisen eine Entlastung bringen.


Bei Wettkämpfen und besonderen Läufen sollten wir uns wie gewohnt ernähren. Die durch den Schweiß verlorenen Mineralien sind reichlich in der Nahrung vorhanden. Ausnahme ist normales Kochsalz, was zu Unrecht eingeschränkt wird. Durch Schweiß können wir viel davon verlieren. Jodsalz ist unnötig, da Jod in unserer normalen Nahrung kein Mangel ist. „Kochsalz weckt die Lebensgeister“, das weiß die Menschheit seit Urzeiten. Das ist das Mineral, das unsere Nahrung zusätzlich enthalten muss.


Durch Stress und ungünstige Nahrungsmittel können wir übersäuern. Ursache vieler Beschwerden kann eine permanente leichte Übersäuerung sein. Nur im stressfreien, entspannten Zustand kann unser Körper den Ausgleich von Säuren und Basen im Körper halten. Allergien und Unverträglichkeiten treten verstärkt bei Übersäuerung auf.


Übersäuerung ist schwierig zu erkennen. Eine Blutuntersuchung kann klären, wie stark die Säurepuffer angegriffen sind. Am reinen pH-Wert des Blutes oder Urins lässt sich die Übersäuerung nicht einfach erkennen. Per Teststreifen kann man mit zahlreichen Überprüfungen einer Übersäuerung auf die Spur kommen.


Im Übersäuerungsfall sollten wir neben Entspannungstechniken auch unsere Ernährung im Kohlenhydratbereich von Getreide in Richtung Kartoffeln umstellen. Kartoffeln wirken basisch. Fette sind in dieser Hinsicht neutral. Eiweiß säuert, Früchte primär auch, erst durch den Stoffwechsel werden Fruchtsäuren neutralisiert. Das gelingt nicht allen Menschen, daher Vorsicht bei zu viel Früchten.


Als Läufer verbraucht man deutlich mehr Kalorien. In der Folge nimmt man ab, und langfristig isst man mehr, was bedeutet, dass man auch mehr kritische Stoffe aufnimmt. Man sollte also besonders genau schauen, welche Qualität das eigene Essen im Detail aufweist, um nicht Schadstoffe im Körper zu sammeln. Heute sind das nicht mehr die Schwermetalle (Quecksilber, Blei und Cadmium), sondern eher Zusatzstoffe wie Pflanzensterine, die sich am Herzmuskel ablagern und die Leistungsfähigkeit des Herzens beeinträchtigen. Auch die zahlreichen Stoffe aus Kosmetika und Bekleidung sind heutzutage ein Problem. Gefährliche Stoffe aus Problembekleidung lassen sich bereits nach 20 Minuten tragen im Blut nachweisen. Haarwasser kann unsere Nerven vergiften, und ohne einen Zusammenhang zu erkennen, können uns Shampoos jahrelang nerven. Keiner weiß, wie sich Kombinationen dieser Problemstoffe verhalten. Es gibt heute über 100.000 Substanzen, die für den Menschen entwicklungsgeschichtlich neu sind. Wir sind daran nicht angepasst und haben keine Ahnung, was diese mit uns machen. Also Achtung, es gibt zahlreiche Fallen beim Einkauf! Eine habe ich noch: Obst und Gemüse bleiben oft unter den Grenzwerten für einzelne Pflanzenschutzmittel, weil man auf die Idee gekommen ist, Cocktails aus vielen Mitteln einzusetzen. Das wirkt gegen Schädlinge genauso gut wie gegen uns.


Guten Appetit!