Stirnlampen im großen Vergleichstest

5 Lampen von Ledlenser zeigen, was sie können

Der Herbst hat uns fest im Griff: kühle Temperaturen, Schmuddelwetter und rutschige Untergründe. Das heißt aber auch: Dämmerung und Dunkelheit.

Da nicht jeder auf voll ausgeleuchteten Wegen laufen kann, greifen immer mehr Läufer zu Stirnlampen. Dadurch lassen sich nicht nur Hindernisse direkt im Laufweg rechtzeitig erkennen, sondern auch entgegenkommende Läufer und Radfahrer. Und umgekehrt funktioniert es ebenso: Stirnlampen leuchten mittlerweile so hell und weit, daß Läuferinnen und Läufer frühzeitig erkannt werden.

Die Entwicklung bei Stirnlampen hat in diesem Jahr noch einmal ordentlich Fahrt aufgenommen. Während in den letzten Jahren viele günstigere Modelle eher als "Positionsleuchten" mit unzureichender Ausleuchtung dienten sowie teurere Modelle sehr schwer und mit vielen, nicht wiederaufladbaren Batterien bestückt waren, sind aktuelle Stirnlampen wiederaufladbar sowie leichter und leuchtstärker geworden.

Für unseren großen Stirnlampen-Vergleichstest haben wir uns fünf Modelle des Lampenspezialisten "Ledlenser" vorgenommen:

  1. Neo6R (50 €)
  2. MH5 (40 €)
  3. MH7 (60 €)
  4. Neo10R (100 €)
  5. HR14R.2 (170 €)

Alle Modelle haben wiederaufladbare Akkus und sind sehr flexibel am Kopf einstellbar. Bei den Modellen Neo6R und Neo10R ist im Lieferumfang zusätzlich ein Brustgurt enthalten, so daß man noch flexibler eine Lampe beim Laufen benutzen kann.

(Für alle Fotografie-Interessierten: alle Nachtbilder wurden mit einer Verschlußzeit von 1/25s, einer Blende von f2,8 und mit Iso 4000 gemacht)

Hier unsere Eindrücke der fünf Modelle (für noch mehr Informationen klickt auf den jeweiligen Link):

Neo6R

Die Neo6R besitzt einen wiederaufladbaren Polymer-Akku (Li-ion mit einer Kapazität von 5,18W/h), wiegt gerade einmal 95 Gramm und erreicht eine Leuchtstärke von max. 240Lumen. Die Leuchtreichweite beträgt bis zu 30m, und max. 40 Stunden lang reicht eine Akkuladung.

Uns gefiel, daß

   der Akku per Micro-USB-Kabel direkt aufladbar ist,
   der Akku eine hohe Kapazität besitzt,
   eine breite Ausleuchtung hat,
   sie sehr leicht ist,
   ein Brustgurt vorhanden ist,
   es ein Rücklicht gibt.

Uns gefiel nicht, daß

   die Leuchtweite nicht einstellbar ist,
   die Lampe vergleichsweise dunkel ist.

   Neo6R: Tragbar auf dem Kopf oder mit einem Brusgurt

    Leuchtstärke der Neo6 

MH5

Die MH5 ist im Gegensatz zur Neo6R leuchtstärker. 35 Stunden maximale Leuchtdauer werden angegeben. Der wiederaufladbare 3,7V-Akku (leider nicht direkt in der Lampe, sondern per Extrazubehör aufzuladen) erreicht bei einer Kapazität von 2,77 W/h max. 400 Lumen und soll bis zu 180m weit ausleuchten.

Positiv ist, daß:

  
man den Akku selber austauschen kann (Nr. 14500)
   die Leuchtweite einstellbar ist,
   die Lampe sehr hell ist.

Negativ ist, daß:

  
der Akku nicht direkt in der Lampe aufladbar ist,
   ein vergleichsweise kleiner Lichtkegel erzeugt wird,
   viel Gewicht auf der Stirn entsteht (Leuchtkörper und Akku beide vorn),
   der Akku eine vergleichsweise kleine Kapazität besitzt.

   MH5: Befestigung am Kopf 

    Ausleuchtung der MH5

MH7

Die nächste Lampe im Test ist die MH7, bei der wir das praktische, per Magnet einfach anzubringende Aufladekabel und die Ladestandsanzeige mochten. 600 Lumen Leuchtstärke, max. 200m Reichweite und bis zu 40 Stunden Betrieb schafft der Akku (2x Nr. 14500 mit je 3,7V Stromstärke und einer Kapazität von 5,73 W/h).

Positives:

   Akku direkt im Gerät aufladbar,
   Leuchtweite einstellbar,
   sehr hell,
   großer Akku.

Negatives:

   viel Gewicht auf der Stirn.

   MH7: Befestigung am Kopf

 
   Ausleuchtung der MH7

Neo10R

Die stärkste Stirnlampe der Neo-Serie hört auf den Namen Neo10R und bietet wie die Neo6R die Möglichkeit, die Lampe auf dem Kopf oder mit einem Brustgurt zu tragen. Mit 179 Gramm Gewicht ist sie vergleichsweise schwer, leuchtet aber mit 600 Lumen bis zu 120 Stunden lang und 200 Meter weit. Der wiederaufladbare Akku (Nr. 18650 mit 3,7V) hat eine hervorragende Kapazität von 12.58 W/h.

Pluspunkte:

   Akku direkt mit USB Mini im Gerät aufladbar,
   Akku selbst austauschbar (Nr. 18650),
   Verlängerungskabel im Lieferumfang enthalten; Akku ist auch im Rucksack oder Jacke mitzuführen,
   sehr hell,
   Leuchtweite einstellbar,
   Brustgurt vorhanden,
   sehr große Akkukapazität (die Kapazität bezeichnet quasi eine "Tankfüllung" Strom).

Minuspunkte:


   vergleichsweise kleiner Lichtkegel,
   schwer.

   Tragbar auf dem Kopf oder mit dem Brustgurt

   Ausleuchtung der Neo10R

H14R.2

Zum Schluß kommt die teuerste, aber auch stärkste Stirnlampe in unserem Test: Die H14R.2 bietet eine Leuchtkraft von 1000 Lumen, kann bis zu 300m weit strahlen und soll max. 35 Stunden leuchten. Der wiederaufladbare Akku besteht aus 2x Nr. 18650 mit je 3,7V und erzielt eine max. Batteriekapazität von 16,28 W/h. Dieses kleine Kraftwerk ist dementsprechend leuchtstark (mit Rücklicht und stufenloser Anpassung!), aber mit 340g auch unsere schwerste Stirnlampe.

Uns gefiel:

   Akku ist direkt mit Micro-USB-Kabel im Gerät aufladbar,
  Verlängerungskabel im Lieferumfang enthalten -> Akku ist auch im Rucksack oder Jacke mitzuführen,
   sehr hell,
   Leuchtweite einstellbar,
   sehr große Akkukapazität (die Kapazität stellt quasi die "Tankfüllung" Strom dar),
   vergleichsweise breiter Lichtkegel,
   Rücklicht,
   Leuchtstärke stufenlos einstellbar.

Uns gefiel nicht:

   recht schwer.

   H14R.2: Befestigung am Kopf

   Ausleuchtung der H14R.2

Kleines Fazit:

Alle Stirnlampen im Test überzeugen durch praktisches Wiederaufladen der mitgelieferten Akkus und die flexible Befestigung am Kopf. Bei der Neo-Serie gibt es sogar noch die zusätzliche Option eines Brustgurts.

Während die Neo6R bei der Leuchtweite etwas abfällt und eher für Läufer geeignet ist, die ergänzend zur Umgebungsbeleuchtung etwas mehr Licht brauchen und gesehen werden wollen, bieten die restlichen Lampen starke bis sehr starke Lichtkegel, die je nach Ausführung auch sehr weit entfernte Objekte ausleuchten können.

Wir raten allen Läufern, direkt in unseren Filialen die Lampen aufzusetzen und auszuprobieren. Da die Gewichtsverteilung von Akku und Leuchtkörper unterschiedlich ist (alles vorne integriert bzw. vorne und hinten verteilt), muß jeder für sich herausfinden, welche Lampe die richtige ist. Wir beraten Euch gern!