24-Stunden-Lauf-WM in Albi/Frankreich am 26. und 27. Oktober 2019

So lief es für LUNGE-Fachberater Marcel Leuze

Marcel, du bist deutscher Vize-Meister im 24-Stunden-Lauf und wolltest bei deiner ersten WM-Teilnahme die 250 Kilometer-Marke knacken. Wie ist es gelaufen?

Leider nicht wie geplant. Die Vorbereitung war perfekt und auch die Strecke - eine Runde von 1,5 Kilometern, überwiegend asphaltiert und eben. An Ernährung und Verpflegung gab es auch nichts zu meckern. Was mir zu schaffen gemacht hat, war der hohe Temperaturunterschied. Tagsüber hatten wir bis zu 28 Grad. Damit komme ich sehr gut zurecht. Aber nachts fiel die Temperatur auf unter 10 Grad. Ich habe den Zeitpunkt verpasst, mich rechtzeitig wärmer anzuziehen.

Auch mental war ich nicht auf der Höhe. Die ersten 12 Stunden bin ich langsamer als gewöhnlich gelaufen. Dadurch wurde jedoch der Zeit-Puffer für mein persönliches Ziel von 250 Kilometern immer kleiner. Aber ich konnte mich einfach nicht motivieren, mich zu quälen, um die Zeit wieder einzuholen. Daher bin ich nach 179 Kilometern und circa 17 Stunden ausgestiegen.

Wie geht es dir damit?

Gut! Der Vorteil des „kurzen“ Laufs war, dass mir hinterher nichts weh tat und ich nicht wirklich regenerieren muss. Nächste Woche starte ich wieder mein normales Training mit 100 Kilometern pro Woche. Denn ich bin voll motiviert, bei der EM 2020 in Verona mein Ziel zu erreichen. Dafür werde ich dieses Mal zur Vorbereitung mehr Tempotraining einbauen.

Wir drücken wieder fest die Daumen.

Wie ist es deinen Team-Mitgliedern in Albi ergangen?

Von den fünf deutschen Männern hat nur Patrick Hosl bis zum Schluss durchgehalten und ist auch noch mit 247,473 Kilometern dicht an seine persönliche Bestleistung heran gekommen. Nele Alder-Baerens hat mit 254,288 Kilometern Silber gewonnen. Und in der Mannschaftswertung haben die Frauen Bronze geholt. Die deutschen Damen waren eindeutig stärker als wir Männer. Respekt!