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LUNGE testet: Testbericht vom MIZUNO WAVE SKY NEO

 LUNGE testet: Testbericht vom MIZUNO WAVE SKY NEO

Testbericht MIZUNO WAVE SKY NEO

Normalerweise filme und fotografiere ich für LUNGE der LAUFLADEN  Schuhe - das ist mein Beruf. Auf der anderen Seite bin ich aber auch Läufer und Triathlet. Ich habe wie beim Fotografieren immer den Drang, das neueste Equipment zu besitzen und auszuprobieren.

So kam es mir sehr gelegen, dass Lothar (Filialleiter bei LUNGE der LAUFLADEN in der  Ferdinandstr.) mir nach einem Videodreh einen Schuh, den MIZUNO WAVE SKY NEO, in die Hand drückte, den ich mir sonst nie angeschaut hätte. Normalerweise ist mein Motto "Carbon statt Kondition". Das heißt, ich interessiere mich eher für Modelle wie den Saucony Endorphin Pro oder den Carbon X von HOKA.

Mizuno Wave Sky Neo

Der erste Eindruck war nicht so positiv, da er sich schwer anfühlte. Etwas widerwillig zog ich den Schuh an. Optisch gefiel er mir gut, und die passende Socke hatte ich auch schon im Schrank. Der erste Eindruck mit dem hohen Gewicht bestätigte sich am Fuß. Ich wollte die Schuhe gleich wieder ausziehen und gar nicht damit laufen. Lothar meinte aber, dass ich ein paar Meter damit probieren sollte. Okay, wenn es sein muss - ich wollte ja nicht unhöflich sein.

Auf dem Laufband kam dann der große Überraschungseffekt. Der Rebound des Schuhs war so extrem, wie ich es noch nie erlebt habe. Es erinnerte mich an die Riesenflummies, die ich als  Kind hatte. Das Laufgefühl war ungewohnt. Ich konnte es nicht gleich einordnen. Nach einer Minute habe ich den Lauf auf dem Laufband abgebrochen und mich entschieden, die Schuhe zu kaufen, um unter realen Laufbedingungen ein Urteil für mich zu fällen.

Mizuno Wave Sky Neo

Um einen Vergleich zu meinen anderen Schuhen zu haben, bin ich meine Hausrunde um den Stadtpark gelaufen. Auf dem Schuh habe ich  wie immer einen Stryd befestigt, um Parameter für einen genaueren Vergleich zu haben. Die ersten Meter mit dem Schuh fühlten sich ungewohnt an. Ich hatte das Gefühl, Sprungfedern unter den Füßen zu haben. Das höhere Gewicht war nicht zu spüren. Bis zum Stadtpark sind es ca. 700 Meter mit leichter Steigung. Da laufe ich immer locker mit niedriger Schrittfrequenz. Bis dahin war das Laufgefühl  nach meinem Empfinden noch nicht gut: Man kommt nicht von der Stelle, und die Dämpfung ist viel zu hoch.

Stryd

Vor der Jahnkampfbahn beginnt dann meine eigentliche Runde. Meine Laufparameter sind dann bei einer lockeren Runde (GA1) immer wie folgt: Schrittfrequenz 85 und 240 Watt.

Bei der Schrittfrequenz von 85 fühlte sich der Schuh auf einmal ganz anders an. Die Dämpfung war sehr angenehm. Der Rebound war sehr gut zu spüren, und bei 240 Watt fühlte sich das Laufen sehr gut an. Die Sohle hat auf dem Untergrund im Stadtpark sehr guten Grip. So bin ich die 5-km-Runde entspannt gelaufen und war gespannt auf die Auswertung der Daten im Vergleich zu meinen anderen Schuhen.

Auf den 700 Metern zurück vom Stadtpark nach Hause wollte ich noch testen, wie sich der Schuh bei höherem Tempo läuft: Schrittfrequenz weiterhin 85, jetzt aber 320 Watt Leistung. Das fühlte sich dann nicht mehr so gut an. Gefühlt blieb die meiste Energie in der Dämpfung des Schuhs hängen, und ich kam nicht von der Stelle.

Zu Hause habe ich gleich die Werte in der Garmin Connect App mit den Daten anderer Schuhe verglichen. Hier die Erkenntnisse:

1. Die Bodenkontaktzeit ist bei jedem Tempo und jeder Schrittfrequenz höher als bei allen meiner anderen Schuhe. Das war aber aufgrund der starken Dämpfung zu erwarten.

2. Bei hoher Leistung (320 Watt bei mir) ist die Performance nicht gut, ein Tempo von 4:32 Min/km. Zum Vergleich der Saucony Kinvara 4:11 Min/km, HOKA Carbon X 3:58 Min/km und der Saucony Endorphin Pro 3:50 Min/km.

3. Beim GA1 Lauf (Schrittfrequenz 85 und 240 Watt) kommt die positive Überraschung, die ich auch beim Laufen schon bemerkt hatte. Ein Tempo von 5:55 Min/km und eine Bodenkontaktzeit von 260 ms entspricht ungefähr den Werten, die ich mit meinen anderen Schuhen (Brooks Ghost, Saucony Kinvara, Hoka Clifton etc.) in diesem Bereich habe. Nur, dass der MIZUNO WAVE SKY NEO deutlich bequemer zu laufen ist als die anderen Schuhe.


Mein persönliches Fazit:

Für mich hat der MIZUNO WAVE SKY NEO seinen Sweetspot deutlich im Bereich von GA1 Läufen mit hoher Schrittfrequenz. Das ist mit meinem Laufstil so und kann bei anderen Läufern*Innen sicherlich abweichen. Was mich überzeugt hat, ist die maximal Dämpfung in diesem Bereich. Meine Gelenke sind sehr dankbar dafür, und es bringt Spaß den MIZUNO WAVE SKY NEO zu laufen.

Michael Strokosch

Michael Strokosch

Bis zum nächsten Mal.
Michael